Ist dieses Training politisch?
Ein persönliches Wort zur »Stadtbild«-Debatte
In den vergangenen Wochen wurde viel über Migration, Sicherheit und das »Stadtbild« gesprochen – ausgelöst durch eine Bemerkung von Bundeskanzler Friedrich Merz über »Probleme im Stadtbild« im Zusammenhang mit Migration und Rückführungen.
Die Reaktionen darauf waren zum Teil sehr heftig.
Unabhängig davon, wie man politisch dazu steht: Diese Debatte bleibt nicht abstrakt. Sie erreicht Menschen im Alltag. Und sie erreicht auch Frauen, die über ein Notwehrtraining nachdenken.
In Gesprächen habe ich erlebt, dass einige Frauen zurzeit zögern, sich für ein Notwehr- oder Selbstschutztraining anzumelden. Nicht, weil sie es nicht sinnvoll fänden – im Gegenteil. Sondern weil sie befürchten, damit ein politisches Signal zu senden:
»Positioniere ich mich damit gegen Menschen mit Migrationsgeschichte?«
»Wirkt es so, als würde ich einen bestimmten Blick auf ›das Stadtbild‹ unterstützen?«
»Mache ich mich damit gemein mit irgendeiner Seite in dieser Debatte?«
Diese Fragen sind verständlich. Die öffentliche Diskussion ist aufgeladen, Begriffe werden schnell zu Symbolen. Und niemand möchte unfreiwillig in eine Schublade gesteckt werden.
Gerade deshalb ist mir ein klarer Satz wichtig:
Die Teilnahme an meinem Notwehrtraining ist kein politisches Statement.
In meiner Arbeit mit Frauen – im Coaching ebenso wie im Notwehrtraining – hat der Unterschied zwischen »deutschen« Frauen und Frauen mit Migrationsgeschichte nie eine Rolle gespielt. Er spielt heute keine Rolle. Und er wird auch in Zukunft keine Rolle spielen.
Ich frage nicht nach Herkunft oder Staatsangehörigkeit.
Parteipräferenzen oder Debatten über »das Stadtbild« sind kein Thema im Training.
Im Raum begegnen sich einfach: Menschen.
Was mich interessiert, ist etwas anderes:
Was macht Ihnen Angst?
Wo fühlen Sie sich unsicher – äußerlich oder innerlich?
Wo möchten Sie handlungsfähiger werden?
Wo wünschen Sie sich mehr Ruhe, Klarheit und Präsenz?
Aus einem Blogbeitrag, den ich am 26.1.2016 veröffentlicht habe:
Der Verlust an Menschlichkeit
Vieles hat sich verändert im Laufe der letzten Jahre.
Was mich mehr als alles andere bedrückt, ist die um sich greifende Verrohung im Sozialen.Im publizistischen Betrieb, in der Politik, in den öffentlichen Gesprächsrunden, in den sogenannten sozialen Netzwerken und – vor allem – beim handfesten Tun. Bei so vielen der täglich oder wöchentlich stattfindenden Demonstrationen zeigt sich diese Verrohung: mit schlagenden Argumenten von rechts, von links oder aus bürgerlicher Mitte.
Rücksichtnahme, Fairness, Verständnis, Milde, Güte – wie weltfremd solche Begriffe mittlerweile anmuten.
In den Netzwerken werden unterschiedslos sachliche und unsachliche, sachlich richtige und sachlich falsche Beiträge verlinkt – ein Fest für Zyniker und verantwortungslose Schwadroneure.
Gute Lösungen für die anstehenden Probleme finden sich so nicht.
Lassen Sie mich eines deutlich sagen: Es gibt Situationen, in denen antisozialer Gewalt nur mit antisozialer Gewalt begegnet werden kann.
(Im Notwehrseminar geht es ausschließlich um solche Situationen.)Der öffentliche Raum gehört – per definitionem – nicht dazu.
Worum es in meinem Training tatsächlich geht
Mein Notwehrtraining für Frauen ist über viele Jahre aus einer einfachen Beobachtung gewachsen:
Die innere Ruhe und Gelassenheit, die im körperlichen Training entsteht, überträgt sich auf den Alltag – beruflich wie privat.
Es geht um sehr konkrete Fragen:
Wie bleibe ich handlungsfähig, wenn mir jemand zu nahe kommt?
Was kann ich tun, wenn eine Situation in Bahn, Bus oder auf der Straße kippt?
Wie kann ich Grenzen setzen – körperlich, stimmlich, kommunikativ?
Wie fühlt es sich an, wenn Körper, Geist und Haltung für einen Moment wirklich eins werden?
Das alles hat mit Ihrer persönlichen Sicherheit zu tun.
Aber nichts davon ist ein Kommentar zur Migrationspolitik.
Mein Trainingsraum ist bewusst ein anderer Ort:
ein Ort, an dem Sie nicht »für« oder »gegen« eine Gruppe von Menschen sein müssen
ein Ort, an dem Sie nicht überlegen müssen, wie etwas politisch gedeutet werden könnte
ein Ort, an dem es nur um Sie geht: um Ihre Sicherheit, Ihre Handlungsfähigkeit, Ihre innere Ruhe
Wenn Sie spüren, dass Angst in Ihrem Leben mehr Raum einnimmt, als Ihnen lieb ist – äußerlich oder innerlich –, dann sind Sie in meinem Notwehrtraining willkommen.
egal, ob Sie schon lange hier leben oder erst seit kurzem
egal, ob Ihre Familie seit Generationen in Deutschland ist oder eine Zuwanderungsgeschichte hat
egal, ob Sie politisch sehr interessiert sind oder sich davon lieber fernhalten
Sicherheit ist nichts Parteipolitisches.
Sicherheit ist etwas zutiefst Persönliches.
Und genau dafür ist dieses Training da.